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Provider zensieren ohne Sperrliste?

Arcor hat mir bereits am 12.06.2009 telefonisch versichert [pdf], dass die Internet-Sperren in der Umsetzung seien und bereits (und natürlich nur ausschließlich) Kinderpornoseiten gesperrt und an einen Stopp-Server weitergeleitet werden.

Einer weiteren Person wurde am 13.07.2009 telefonisch von der Telekom versichert [pdf], dass bereits Intenet-Seiten gesperrt werden und dass bei T-Online zudem noch Suchergebnisse (z.b. von Google) per Wortfilter gesäubert werden. Das bedeutet entweder, dass T-Online Deep Packet Inspection durchführt, oder aber unglaublich inkompetente Telefon-Berater beschäftigt. Wollen wir letzteres hoffen.

Merkwürdig ist allerdings, dass das BKA in einer eidesstaatlichen Versicherung [pdf] vom 10.07.2009 behauptet, noch gar keine Sperrliste herausgegeben zu haben. Da fragt man sich doch: Was für Seiten sperren die Provider dann?

[Update] Arcor hat in einem Online-Artikel des BKA am 10. Juli kundgetan, dass ab dem 1. August 2009 Stopp-Schilder vor Kinderpornoseiten gesetzt werden. Dieser Artikel wurde inzwischen gelöscht und ist nur noch über den Google-Cache erreichbar. Was hat Arcor nur dazu bewegt?

[2. Update] Habe gerade (23.07.2009, 12:30 Uhr)  mal wieder bei Arcor angerufen. Nach Rücksprache hat mir die Kundenbetreuerin K. Büschel Auskunft gegeben: Es werden aktuell noch keine Seiten gesperrt, das würde noch 6 Monate dauern.

Tags: arcor, bka, t-online, telekom, zensur

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, Juli 21st, 2009 um 22:42 Uhr unter Uncategorized veröffentlicht; Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

19 Kommentare to “Provider zensieren ohne Sperrliste?”

  1. Provider zensieren ohne Sperrliste - oder Kundenhotline erzählt groben Unfug? : netzpolitik.org sagt:
    22. 07. 2009 um 00:15

    [...] stimmt hier nicht. Diese Meldung von Julian vom CCC Bremen ist jedenfalls etwas verstörend: Arcor hat mir bereits am 12.06.2009 [...]

  2. Twitted by Mojo_de sagt:
    22. 07. 2009 um 10:09

    [...] This post was Twitted by Mojo_de [...]

  3. tronicum sagt:
    22. 07. 2009 um 13:07

    Huch. Könnte das mal mit konkreten DNS umbieg-Belegen (aka requests) dargelegt werden? Telefonhotline-Mitarbeiter tendieren zur Falschaussage und ich glaube da auch nur fakten die ich sehen (bzw. per nslookup nachvollziehen) kann.

    Das Google je nach Land filtert ist doch schon lange bekannt (safesearch, google.cn, usw.).

    Die Stoppserver Geschichte kann aber praktisch nur per Zwangsproxy (global) oder DNS redirect (im Sperrlistenfall) auf einen solchen passieren.

  4. llamaz sagt:
    22. 07. 2009 um 15:47

    Was heißt von “Arcor” oder der “Telekom” versichert? Hat die Rechtsabteilung das bestätigt? Nein, irgendeiner im Callcenter der da für 4 Öcken oder so Anrufe entgegenimmt und auch nur das weitererzählt was er vom Hörensagen bzw. aus den Medien weiß. Die Rücksprache hat er wahrscheinlich mit der Kollegin am Nachbartisch gehalten die das irgendwo in der Kantine gehört haben will oder so. Seit wann können den Kundenhotlines irgendwelche gesicherten Auskünfte geben. Die wissen im Zweifelsfall ja nichtmal über ihre eigenen Tarife Bescheid.

  5. » +++ CCC: Telekom und Arcor sperren bereits +++ netmob – CDU-Vernichtung sagt:
    22. 07. 2009 um 15:55

    [...] Provider zensieren ohne Sperrliste (blog.ready2host.de) [...]

  6. tronicum sagt:
    22. 07. 2009 um 17:16

    [Update] Ne Arcor würde das Gesetz umsetzen so es den zum 1. August in Kraft träte [/Update]

  7. Piraten-Philosophie » Blog Archive » Zensur schon online? sagt:
    22. 07. 2009 um 17:32

    [...] Meldung sorgte in der Internetszene für einiges an Aufsehen: Ein Bremer Blogger versichtert nach Rücksprache mit den Hotlines von Arcor und der deutschen Telekom, dass bereits [...]

  8. Compyblog sagt:
    22. 07. 2009 um 19:18

    Zensursuliert ohne Liste…

    Wenn stimmt, was ich hier gelesen habe, dann erzählen Arcor (VodaFAIL) und Terrorkom ihren Kunden, dass sie bereits Internetseiten zensursulieren ("zugangserschweren"). Dabei ist doch weder das Zugangserschwerungsgesetz in Kraft, noch will da…

  9. Zwischen Realität und Marketing « evil daystar sagt:
    22. 07. 2009 um 20:31

    [...] sie nicht? Ein bremer Blogger der selbst Content-Provider ist, wollte es genau wissen, und hat nachgefragt. Die Antworten hat er zu Protokoll gegeben, und gibt für die Echtheit der Aussagen eine [...]

  10. Torsten sagt:
    22. 07. 2009 um 21:13

    Hallo? Guck mal ganz genau hin. Das was da im Google-Cache zu sehen ist, ist kein “Online-Artikel des BKA”, es ist eine stinknormale dpa-Meldung. Und warum Arcor die gelöscht haben mag? Weil alle dpa-Meldungen nach einer gewissen Haltefrist gelöscht werden. Auch die Meldung über die älteste Bibel ist nicht mehr online, das ist kein atheistisches Statement.

  11. Nobody sagt:
    22. 07. 2009 um 22:29

    Ich denke die DNS-Zensur wird nur ein kurzer Spuk werden, denn es gibt diverse Software um die Sperrlisten sichtbar zu machen, selbst wenn man keinen direkten Admin-Zugriff auf die Sperrlisten hat:

    CensorshipTools (Sourceforge)
    ZensorChecker
    Capt. Picards DNS Blocklist Probe
    …

    Damit werden die Ersteller der Sperrlisten schon jetzt mit dem Vorwurf konfrontiert “Empfehlungslisten” zu erstellen, denn auch die BITKOM bestätigte, das sich die Sperrlisten nicht geheim halten lassen:
    http://www.bundestag.de/ausschuesse/a09/anhoerungen/21_Anhoerung/Stellungnahmen/16_9_1538.pdf

  12. Notizblog » Hauptsache Zensursula sagt:
    23. 07. 2009 um 07:20

    [...] Beispiel: Diese Meldung, an der auch Ralf Bendrath seine Zweifel angemeldet hat. Da glaubt jemand, dass er über den [...]

  13. Zensur Sula sagt:
    23. 07. 2009 um 08:16

    Die Zensur findet bereits statt. Alle großen Provider sind daran beteiligt, entgegen anders lautender Meldungen und Beteuerungen. Die Provider versuchen lediglich, ihr “gutes Image” zu bewahren

  14. Internetprovider dementieren Gerüchte über bereits aktive Web-Sperren sagt:
    23. 07. 2009 um 09:01

    [...] von ihm zu erstellende Filterliste zu liefern. Ein CCC-Mitglied aus Bremen hatte zuvor in einem Blogeintrag berichtet, dass ein Kundendienstmitarbeiter von Arcor/Vodafone ihm Mitte Juni telefonisch [...]

  15. Ereignisbl[og|ick] » Blog Archive » Internetzensur – Es wird Ernst sagt:
    23. 07. 2009 um 10:01

    [...] zu sperren (u.a. siehe heise) doch scheint dies nicht ganz so klar zu sein, wie ein Blogeintrag bei ready2host zeigt. Faktisch gab es schon in anderen Ländern Sperren im vorauseilenden Gehorsam. Ich erinnere [...]

  16. nerv0r sagt:
    23. 07. 2009 um 10:46

    das heißt deep _packet_ inspection…eine deep package inspection ist wohl, wenn man nach rechts kucken und husten soll.

    achja, und eidesstattliche erklärung, also eine erklärung an eides statt.

  17. Blockpages in other countries « a p f e l k r a u t . o r g sagt:
    23. 07. 2009 um 20:26

    [...] for the law to come into effect … or are we not waiting anymore? The articles “Provider zensieren ohne Sperrliste?” at blog.ready2host.de and “Welcher Internetanbieter zensiert und welcher nicht?” [...]

  18. Destillat KW30-2009 | duetsch.info - GNU/Linux, Open Source, Softwareentwicklung, Selbstmanagement, Vim ... sagt:
    24. 07. 2009 um 08:59

    [...] Provider zensieren ohne Sperrliste? [...]

  19. Sperr-Verträge: Details aus der Verhandlung veröffentlicht : netzpolitik.org sagt:
    23. 11. 2009 um 14:17

    [...] Ausgang hatte das Verfahren darin, dass Arcor im Juli telefonisch versichert hatte, die Internet-Sperren bereits umgesetzt zu [...]

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