Vergangene Woche habe ich mir einen Artikel der New York Times heruntergeladen, in über eine “verloren gegangene” Passwortdatenbank von MySpace berichtet wurde und die 20 häufigsten MySpace-Kennwörter aufgeführt waren. Beim Durchlesen wurde mir dann schlagartig bewusst, dass ich mich damit wohl dank des neuen Hackerparagrafen strafbar gemacht habe.
In dem Artikel konnte ich glücklicherweise keines meiner Passwörter wiederfinden. Als Freund von Zufallspasswörtern verwende ich lieber das Linux-Tool pwgen, um mir sichere Passwörter zu generieren. Doch im 202c steht unmissverständlich geschrieben, dass selbst das “herstellen von Passwörtern” strafbar ist.
Als gesetztestreuer Bürger habe ich den Artikel der NYT, sowie eine Ausgabe von pwgen als Beweismittelt ausgedruckt um mich damit bei der Polizei zu stellen. Bei der Bremer Polizeiwache am Wall wollte mich der Polizeibeamte leider nicht ernst nehmen. Hab ihm dann den 202c unter die Nase gehalten und er meinte das wäre so zu verstehen dass es strafbar wäre wenn ich Passwörter von Firmen klaue … oder so ähnlich. Als anschauliches
Beispiel meinte er, dass er als Passwort ja auch “Mittwoch, Donnerstag,
Freitag” nehmen könnte und das könne kaum illegal sein.
Bei der nächsten Polizeiwache in Bremen-Schwachhausen hatte ich mehr
Glück und wurde nach einer Vernehmung mit einer Ausfertigung der Strafanzeige wieder entlassen. Jetzt sagt mir doch mal einer, wie ich mir in Deutschland ein sicheres Passwort erstelle, ohne mich gleich strafbar zu machen.

